Über Bilder sprechen. Von August Wilhelm Schlegels „Die Gemälde. Gespräch“ bis zum Bildergespräch heute

Mittwoch, 5. Februar 2020, 20 Uhr
Denkbar, Spohrstraße 46A

mit Prof. Dr. Georg Bussmann und Prof. Reiner Diederich

„In Gesprächen über Kunst erprobten die Bürger des 18. Jahrhunderts, denen das Mitspracherecht in politischen und religiösen Angelegenheiten vorenthalten war, Tugenden einer noch nicht existierenden Demokratie. Gleichberechtigung aller Beteiligten (auch der Laien mit den Kennern, der Liebhaber mit den Gelehrten), freie Äußerung des subjektiven Urteils, zwangslose Verständigung mit den anderen. In der real existierenden Demokratie der Gegenwart werden diese Tugenden gerade im Umgang mit der Kunst geschwächt. ‚Kunstvermittlung‘ bezweckt die Übernahme eines institutionell vereinbarten Expertenwissens durch das unvorbereitete, eingeschüch­terte Publikum.“
(Heinz Schlaffer: Betreutes Sehen, Merkur Heft 744, 2011)

Phil. Koll.: Kritische Theorie und KunstGesellschaft

Teilnehmerbeitrag* € 5/3/1

Mythos van Gogh

Dienstag, 21. Januar 2020, 19 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

Bilder, Texte, Diskussion mit Gerrit Marsen

Vincent van Goghs Künstlerleben hat ihn zu einem Mythos werden lassen – was ist dabei „Realität“ und was ist „Mythos“? Anhand von Bildern van Goghs und des Zeichentrickfilms „Loving Vincent“ sollen Fragen gestellt und Antworten versucht werden.

Teilnehmerbeitrag* € 5/3/1

Dirk Baumanns: Mona Greta, 2019

Dienstag, 18. Februar 2020, 19 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

Gespräch mit Dirk Baumanns über die Entstehung, öffentliche Präsentation und Wirkung seines Bildes.

Dirk Baumanns hat das Bild u. a. bei den Klimastreiks in Frankfurt am Main gezeigt. Es fand bei den Teilnehmenden große Beachtung, führte zu Diskussionen, wurde vielfach fotografiert, im Internet und – auch international – in der Presse veröffentlicht.

Teilnehmerbeitrag* € 5/3/1

Auf Dirk Baumanns’ Webseite ist das Bild „Mona Greta“ zu sehen.

Kunst und Raum. Der andere van Gogh

Samstag, 22. Februar 2020, 16 Uhr
MalMuseum, Kaulbachstraße 10

mit Klaus Gajus Gorsler

„Im Industriezeitalter mussten die Menschen neue soziale Positionen finden. Es entstanden andere, industriell erzwungene Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Van Gogh wandte sich in seiner Kunst den unteren Gesellschaftsschichten und den Gegenständen und Räumen der alltäg­lichen Lebenswelt zu.
Van Gogh: MIT…LEID, unten, mittendrin, oben, voll dabei.“
(Klaus Gajus Gorsler)

Eintritt frei

Techno, Rock und andere Populärmusik – Stil, Effekte und Gewohnheiten?

Freitag, 7. Februar 2020, 19 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

Vortrag von Daniel Eyrich

„Seit vielen Jahren haben sich Musikstile durch Abwandlungen voneinander entfernt, und neue Rubriken entstanden. In dem Vortrag stelle ich nicht nur meine eigene Arbeit und die damit verbunden Arbeitsweisen vor, sondern setze diese auch in Relation zu den populären Musik­richtungen. Es geht um die Unterschiede dieser Stile, dazu gibt es Hörbeispiele, die zur Hälfte aus meinem Repertoire kommen und die klarer machen sollen, was die Musik, die wir lieben und schätzen, an Möglichkeiten der Differen­zierung bietet. Dabei wird auch besprochen, inwieweit die zeit­genössische populäre Musik den von der Theorie geforderten Ansprüchen an ‚gute‘ Kunst genügt.“ (Daniel Eyrich)

Teilnehmerbeitrag* € 5/3/1

Industriekultur in Frankfurt und Offenbach

Mittwoch, 22. Januar 2020, 20 Uhr
Denkbar, Spohrstraße 46A

Buchvorstellung mit Prof. DW Dreysse und Prof. Peter Lieser

Moderation: Ulrike Holler

„In acht Kapiteln behandelt das Buch von Dreysse, Lieser und Matzak das Wesen der Industriestadt, den Knoten Frankfurt, Städtebau und Stadtentwicklung, Architektur und Konstruktion, Erzeugung und Verteilung von Energie, Wasser und Abwasser, Arbeiterwohnungen und Unternehmervillen sowie die Umnutzung industrieller Bauten.“
(Claus-Jürgen Göpfert in der FR vom 9. Oktober 2019)

Phil. Koll.: Kritische Theorie und KunstGesellschaft

Teilnehmerbeitrag* € 5/3/1

Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo

Samstag, 29. Februar 2020, 15 Uhr
Schirn Kunsthalle

Bildergespräch mit Angelika Grünberg M. A.

„Göttin, Teufelin, Puppe, Fetisch, Kindfrau oder wunderbares Traumwesen – die Frau war das zentrale Thema surrealis­tischer Männerfantasien. Künstlerinnen gelang es oftmals nur als Partnerin oder Modell, in den Kreis rund um den Gründer der Gruppe der Surrealisten André Breton einzudringen. Allerdings zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass die Beteiligung von Künstlerinnen an der Bewegung wesentlich größer war als allgemein bekannt und dargestellt.
Die SCHIRN betont nun erstmals in einer großen Themenausstellung den weiblichen Beitrag zum Surrealismus. Was die Künstlerinnen von ihren männlichen Kollegen vor allem unterscheidet, ist die Umkehr der Perspektive: Oft durch Befragung des eigenen Spiegelbilds oder das Einnehmen unterschiedlicher Rollen sind sie auf der Suche nach einem neuen weiblichen Identitätsmodell.“ (Info Schirn)

Teilnehmerbeitrag* € 5/3/1

Weiße Kittel – schwarze Millionen. Wie unser Gesundheitssystem Betrug begünstigt

Sonntag, 19. Januar 2020, 11 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

mit Oberstaatsanwalt Alexander Badle, Leiter der Zentralstelle für Medizinwirtschaftsstrafrecht bei der Generalstaatsanwaltschaft
Frankfurt am Main

Kaum ein Bereich unseres Wirtschaftslebens macht es Menschen mit krimineller Energie so leicht zu betrügen wie unser Gesundheitswesen. Da zockt eine Ärztin aus der Wetterau die Kassen in nur drei Jahren mit sogenannten Luftleistungen um 300.000 Euro ab. Ein Frankfurter Apotheker prellt die Kassen mit hunderten nicht eingelöster Rezepte um über eine Million. Ein Darmstädter Gastroenterologe kassiert bei 3000 Patienten sogenannte IGeL-Leistungen, also zusätzlich zu zahlende Barbeträge von 120.000 Euro ab, obwohl er alles regulär von den Kassen erstattet bekommt. Eine Frankfurter Arzthelferin fälscht Rezepte über 800.000 Euro und ein Apotheker im Main-Taunus-Kreis rechnet diese mit den Kassen ab, ohne dass je ein Patient beteiligt war. Eine Hebamme aus Darmstadt betrügt die Kassen um 160.000 Euro mit Leistungen an Schwangeren, die sie nie behandelt hat. Und schließlich wandert die Chefin eines Darmstädter Pflegedienstes in den Knast, weil sie nicht erbrachte Pflegeleistungen von 28.000 Euro abgerechnet hat.

Alle diese Fälle waren vor allem wegen zweier Webfehler unseres Gesundheitswesens möglich: Die Besteller der Leistungen sind meist Ärzte, aber die Kunden sind andere, nämlich die Patienten. Und die haben kaum Möglichkeit zur Kontrolle. Der zweite Fehler ist, dass wir als Patienten systematisch im Unwissen gelassen werden und die falsche Ehrfurcht vor den weißen Kitteln uns als Kranke am Nachfragen hindert.

Die von Alexander Badle geleitete Zentralstelle für Medizinwirtschaftsstrafrecht ist die erste ihrer Art in Deutschland und hat in den letzten 10 Jahren über 2.300 Strafverfahren alleine im Gesundheitsbereich in Hessen geführt. Dabei wurden 43 Mio. Euro unrechtmäßiger Gewinne abgeschöpft. Badle ist zudem Leiter der Pressestelle der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Lehrbeauftragter der Heinrich Heine Universität Düsseldorf und Mitherausgeber der „medstra – Zeitschrift für das Medizinstrafrecht“.

Moderation: Herbert Stelz

Beitrag* € 5/1