Peter Kropotkin und die „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“

Freitag, 18. Juni 2021, 19 Uhr

Vortrag von Dr. Siegbert Wolf

Peter Kropotkins bekanntestes Hauptwerk „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“, eine wissenschaftliche Entgegnung auf den Sozial­darwinismus, zeigt auf, dass Solidarität und Kooperation die ursprünglicheren und bedeutenderen Entwicklungsmomente des Menschen und der Natur darstellen. Sein föderalistischer Entwurf eines liber­tären, nicht autoritären Sozialismus gründet daher vor allem auf einer Ethik der gegenseitigen Hilfe.

KunstGesellschaft e.V., Philosophisches Kolloquium: Kritische Theorie und Klosterpresse e.V.

Die Veranstaltung findet online statt.
Anmeldung bis 17. Juni: info@kunstgesellschaft.de

Dirk Baumanns: Kunst vernetzt

Donnerstag, 26. August 2021, 19 Uhr
Club Voltaire

Der Frankfurter Künstler Dirk Baumanns berichtet über seine Projekte, mit Kunst im öffentlichen Raum Anonymität und Entfremdung zu durchbrechen und für Umwelt-Themen zu sensibilisieren. Als Beispiele dafür werden Aktionen mit seinen Bildern „Mona Greta“ und „Die Wanderin über dem steigenden Meer“ und die dazugehörigen Vernetzungsstrategien vorgestellt.

Eintritt frei

Hauslehrer, Publizist, Philosoph

Hegel in Frankfurt am Main

Samstag, 29. Mai 2021, 15 Uhr
Treff: Goethehaus, Großer Hirschgraben

Rundgang mit Dr. Thomas Regehly

Vor 250 Jahren wurde Hegel in Stuttgart geboren. Ende 1797 kam er, der Einladung seines Freundes ­Hölderlin folgend, nach Frankfurt am Main, um als Hauslehrer für den Frankfurter Wein-Großhändler Johann Gogel im Haus „Zur goldenen Kette“ tätig zu werden. Seine erste Druckschrift, eine Kampfschrift gegen das alte System, wurde 1798 hier anonym veröffentlicht, auch das berühmte „Systemprogramm des deutschen Idealismus“ könnte hier entstanden sein. Seit 1818 lehrte er als Nachfolger Fichtes in Berlin und galt bald als der bedeutendste Philosoph seiner Zeit. Der Gang auf seinen Spuren erinnert an seine Frankfurter Zeit, die hier entstandenen Texte und seine Nachwirkung.

Teilnehmerbeitrag* 5/3/1 Euro

Bei fortbestehendem Lockdown findet die Veranstaltung online statt.

Anmeldung bis 28. Mai: info@kunstgesellschaft.de

Joseph Beuys: „La Rivoluzione siamo Noi“

Lichtdruck auf Polyesterfolie, 1972

Mittwoch, 12. Mai 2021, 18 Uhr

Bildergespräch online mit der AG Kunst und Kultur in Umbruchzeiten

Aus Anlass des 100. Geburtstags von Joseph Beuys beschäftigen wir uns mit einer für sein Werk bedeutsamen Arbeit – die wie andere Arbeiten von ihm und seine Biographie kontrovers beurteilt wird. Zum Vergleich wird das Bild „Der vierte Stand“ von Giuseppe Pellizza da Volpedo aus dem Jahr 1901 herangezogen.

„Beuys‘ Aktionen waren immer auf das möglichst breite Publikum gerichtet. Für ihn war Kunst kein Wandschmuck, sondern Lebenselixier, eine Möglichkeit, eigene Kreativität einzubringen, ohne dass man gleich selbst zum Künstler werden muss. Kunst als soziale Plastik, als soziales Projekt – das ist eine seiner Kernideen … Es heißt zu Recht, seit Beuys rede man anders über Kunst.“ (Klaus Staeck)

„Eine Kunst, die nicht in die Herzfragen dieser Gesellschaft, letztendlich in die Kapitalfrage hineinwirken kann, ist keine Kunst. “ (Joseph Beuys)

„Das Ziel des erweiterten Kunstbegriffs ist die Befreiung der Arbeit.“ (Joseph Beuys)

Anmeldung bis 11. Mai: info@kunstgesellschaft.de

Für die Online-Veranstaltungen wird kein Beitrag erhoben, wir bitten aber um eine Spende auf unser Konto
KunstGesellschaft e.V., IBAN DE59 5001 0060 0057 7276 02; BIC PBNKDEFF

Sheela Gowda: „Ohne Titel (Kuhdung)“

Rauminstallation, Maße variabel, 1992 – 2012

Samstag, 12. Juni 2021, 15 Uhr

Bildergespräch online mit der AG Kunst und Kultur in Umbruchzeiten

Wir nähern uns in diesem Bildergespräch Rauminstalla­tionen einer der wichtigsten indischen Künstler*innen der Gegenwart an. Sheela Gowda wurde bisher u. a. in London, Paris, Berlin und Miami ausgestellt und war bereits 2007 auf der documenta 12 vertreten. 2019 erhielt sie in München den Maria-Lassnig-Preis.

„Vieles, was in ihren Kunstwerken und den von ihr verwendeten Materialien steckt, betrifft nicht nur Indien – aber ihr Land und dessen Alltagsmaterialien sind der Ausgangspunkt für Sheela Gowda. Ihre Fragen sind weltumspannend und betreffen uns alle […] Gowdas Arbeiten sprechen eine internationale Sprache.“
(Eva Huttenlauch)

„Die Materialien, die ich verwende, sind nicht unschuldig“, sagt Sheela Gowda über sich selbst. „Sie stehen stellvertretend für soziale Probleme, für die Wirtschaft, für die Politik. Ich bin mir dessen sehr bewusst. Das ist meine Motivation. Das ist meine Nahrung, der Grund, warum ich damit arbeite.“

Anmeldung bis 11. Juni: info@kunstgesellschaft.de

Für die Online-Veranstaltungen wird kein Beitrag erhoben, wir bitten aber um eine Spende auf unser Konto
KunstGesellschaft e.V., IBAN DE59 5001 0060 0057 7276 02; BIC PBNKDEFF

Sheela Gowda, Untitled (Cow Dung), 1992/2012. Ausstellungsansicht „Sheela Gowda. It … Matters“, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus

Gilbert & George. The Great Exhibition

Samstag, 3. Juli, 15 Uhr
Schirn Kunsthalle

Bildergespräch mit Angelika Grünberg M. A.

„Seit über einem halben Jahrhundert schaffen Gilbert & George gemeinsam Kunst. Ihr herausragendes Œuvre ist bis heute von ungebrochener Brisanz und Bedeutung. Die Schirn widmet dem bildgewaltigen und bisweilen provokativen Universum des exzentrischen Londoner Künstlerduos eine umfangreiche Retrospektive mit Werken von 1971 bis 2019. Gleichzeitig Subjekt und Objekt ihrer Arbeit, bilden Gilbert & George eine vollkommene künstlerische Einheit, die nicht zwischen Kunst und Leben unterscheidet. Als Living Sculptures verkörpern sie ihre Kunst und sind Thema und Gegenstand ihrer großformatigen Collagen und gerasterten Bildwelten. Ihr Werk kreist um Tod, Hoffnung, Leben, Angst, Sex, Geld und Religion. Es sind auch gesellschaftliche Themen, die sie in ihrer Widersprüchlichkeit zeigen: zugleich fröhlich und tragisch, grotesk und ernst, surreal und symbolisch. Das Duo befasst sich mit dem, was beunruhigt. Ihr Ziel ist es dabei nicht zu schockieren, sondern vielmehr unter ihrem Credo ‚Kunst für alle‘ sichtbar zu machen, was sich in der Welt abspielt. Punks und Hipster, Autoritäten und Außenseiter, Schlagzeilen und Werbung – überall mischen sich Gilbert & George ein. Ihr Werk fordert das Weltbild heraus und erweist sich darin immer wieder von Neuem als zukunftsweisend.“ (Info Schirn)

Wir treffen uns im Foyer, gehen einzeln in die Ausstellung und sprechen danach über das Gesehene.
Teilnehmerbeitrag* 5/3/1 Euro

Lee Miller. Hautnah

Fotografien von 1940 bis 1946

Samstag, 10. Juli 2021, 15 Uhr
Opelvillen Rüsselsheim, Ludwig-Dörfler-Allee 9

Ausstellungsgespräch mit Marlies Piontek-Klebach

„Sie war auf eine bissige Art brillant und dennoch vollkommen loyal, unprätentiös und unerbittlich gegenüber jeder Art von Augenwischerei. Sie war eine vollendete Künstlerin und ein vollendeter Clown.“
(David E. Sherman, ehem. Kriegsreporterkollege, 1991).

„Als Kriegskorrespondentin für die Vogue stieß Lee Miller (1907–1977) in einen Bereich der Fotografie vor, der bislang von männlichen Kollegen dominiert war. Mit ihren Reportagetexten und der Wahl ihrer Fotomotive wollte Miller aufrütteln und Haltung beziehen. Als erste weibliche Reporterin gelangte sie 1944 nach Paris und fotografierte ihre Künstlerfreunde nach der Befreiung.

Ihr außergewöhnliches Werk wäre vergessen, wenn nicht ihr Sohn es nach ihrem Tod gefunden hätte. Die in Hessen entstandenen Aufnahmen werden teilweise zum ersten Mal gezeigt.“ (Info Opelvillen)

Teilnehmerbeitrag* 5/3/1 Euro – Gruppenfahrt geplant

Infos und Anmeldung bis zum 8. Juli unter info@kunstgesellschaft.de

„Wir wollen an die Zunahme der Menschlichkeit glauben“

Zum 150. Geburtstag des Humanisten, Sozialisten, Schriftstellers Heinrich Mann

Sonntag, 20. Juni 2021, 11 Uhr

mit Wilhelm von Sternburg
Moderation: Ulrike Holler

Heinrich Mann, Sohn einer wohlhabenden Lübecker Kaufmannsfamilie, wird vor allem mit seinen beiden satirischen Romanen „Professor Unrat“ und „Der Untertan“ weltberühmt. In seinem Heimatland bleibt er jedoch zeitlebens wegen seiner politischen Haltung ein umstrittener Autor. In seinen großen Romanen setzt er sich mit der Krise der bürgerlichen Gesellschaft, den sozialen und politischen Verwerfungen in Deutschland auseinander. Doch trotz seiner scharfen Kritik am Untertanengeist seiner Landsleute in den wilhelminischen Jahren, an ihrer Engstirnigkeit und gefährlichen Wirklichkeitsverweigerung bleibt er bei seiner „humanistischen Überzeugung, seinem Glauben an die Macht des Geistes und die Macht des Wortes“ (Wilhelm von Sternburg). Die Suche nach Wahrheit und die Verteidigung demokratischer Grundwerte stehen im Zentrum seines Werkes.

Geistig hat Heinrich Mann einen weiten Weg zurückgelegt. In seinen jungen Jahren ist er für kurze Zeit Herausgeber der konservativ-reaktionären und antisemitischen Monatszeitschrift „Das 20. Jahrhundert“. Seine ersten Romane stehen noch ganz im Zeichen des romantischen Ästhetizismus. Um 1900 wendet er sich in seinen von den französischen Schriftstellern Voltaire, Jean-Jacques Rousseau und Émile Zola stark beeinflussten Essays zunehmend sozialen Fragen zu und setzt sich für demokratische Reformen ein. Er erkennt und kritisiert die politischen und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen im Kaiserreich und verurteilt – im Gegensatz zu seinem Bruder Thomas Mann – die Begeisterung seiner Landsleute beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges. In den Weimarer Jahren gehört er zum Kreis der linksliberalen Intellektuellen des Landes und wird einer der prominentesten literarischen Verteidiger der Republik. Schon früh setzt er sich für die Aktionseinheit von Kommunisten, Sozialdemokraten und dem linken Bürgertum ein, um das Aufkommen der Nationalsozialisten zu verhindern. Wenige Tage nach Hitlers Machtergreifung wird er aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen, verliert die deutsche Staatsbürgerschaft und wird im Exil zu einem der führenden Vertreter der Volksfrontpolitik. Seine Flucht führt ihn zunächst für 8 Jahre nach Frankreich, wo er seinen für viele Kritiker besten Roman über das Leben des französischen König Henri Quatre schreibt. Nach der Niederlage Frankreichs rettet er sich 1940 auf einer abenteuerlichen Flucht in die USA. Seine letzten Lebensjahre sind von Krankheit, materiellen Sorgen und Einsamkeit geprägt. Der undogmatische Sozialist erhält 1948 den Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur, verdrängt den stalinistischen Terror in der Sowjetunion und in ihren Satellitenstaaten.

Lange zögert er mit seiner Zusage, einer Einladung der DDR-Regierung zu folgen. Kurz vor der geplanten Rückkehr nach Deutschland stirbt Heinrich Mann 1950 in Los Angeles. “Sein Kampf um die Freiheit des Geistes, das Handeln der intellektuellen Eliten und die Abwehr rassistischen Denkens bleiben bis in unsere Tage eine Herausforderung“ (Wilhelm von Sternburg).

Die Matinee findet online statt.
Einwahl: https://conf.ccc-ffm.de/b/han-quc-qrj

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Da die CDU in ihrem Kommunalwahlprogramm fordert, dem Club Voltaire die städtischen Mittel zu streichen, haben die KunstGesellschaft und der Verein Business Crime Control eine entsprechende Anfrage an die Fraktionsvorsitzenden der demokratischen Parteien im Frankfurter Stadtparlament gesendet. Näheres dazu entnehmen Sie bitte unserer Pressemitteilung unter Aktuelles.

Die Zeit des Lockdowns hat sich dazu angeboten, auch mit künstlerischen Mitteln auf sie zu reagieren. Deshalb haben wir Künstlerinnen und Künstlern, die in der KunstGesellschaft organisiert sind, mit ihr sympathisieren bzw. an ihren Veranstaltungen beteiligt waren, vorgeschlagen, uns ein Bild (Zeichnung, Malerei, Collage, Fotografie, Foto von der Skulptur …) zum Thema „Corona“ einzusenden, damit wir es auf unsere Homepage und unsere Facebook-Seite stellen können. Wir zeigen hier die Einsendungen.