Mit dem Krieg leben

Sonntag, 18. September 2022, 11 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

Politik, Arbeit und Alltag in Frankfurt 1914-18

Gespräch mit der Historikerin Dr. Judit Pákh

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die täglichen Meldungen über Zerstörungen, Tote, Verletzte und den schlimmen Alltag der Bewohner in den Kampfgebieten wecken bei vielen Menschen Erinnerungen an den ersten und zweiten Weltkrieg.

Die Historikerin Judit Pákh hat in zwei großen Publikationen die Geschichte der Arbeiterbewegung in Frankfurt und Hanau dargestellt. Dabei beschäftigte sie sich eingehend mit den Auswirkungen des Ersten Weltkrieges an der sogenannten „Heimatfront“, konkret in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. Mit ihr suchen wir Antworten auf Fragen, die das Geschehen von damals besser verstehen helfen.

Wie reagierte die Bevölkerung auf den drohenden Krieg und auf den Kriegsausbruch? Was bedeutete die Einrichtung einer Art Militärdiktatur für das politische Leben? Wie reagierte die aktive Arbeiterbewegung auf den „Burgfrieden“, den die SPD und die Gewerkschaften mit der Regierung geschlossen hatten? Wie veränderte die Kriegswirtschaft die Arbeitsbedingungen, insbesondere zuungunsten von Frauen und Jugendlichen, wie veränderte sich das Gewicht der Frauenarbeit? Wie verschärfte sich die Versorgungssituation der Bevölkerung durch die Rationierung der Grundnahrungsmittel und sonstiger Konsumgüter sowie durch fehlerhafte Organisation der Verteilung? Die Entbehrung feierte Siege, aber wer waren die Kriegsgewinnler? Wer trug die Lasten der Kriegsfinanzierung?

Der Widerstand gegen den Krieg breitete sich aus, in Frankfurt spielten sozialdemokratische Frauen dabei eine besondere Rolle. Aus leisen Anfängen entwickelte sich, begleitet von Massenstreiks, eine mächtige Friedensbewegung, die mit der Kriegsniederlage Deutschlands 1918 in die Novemberrevolution mündete.

Können wir in der Geschichte der Jahre 1914-1918 Parallelen zu unserer heutigen Situation erblicken? Kann man aus der Geschichte Lehren für heute ziehen?

Moderation: Ulrike Holler

Beitrag* 5/1 Euro

Anmeldung bis zum 17. September: info@kunstgesellschaft.de

Frankfurter Konstellationen
Susette Gontard (1769–1802) – Bankiersgattin und Hölderlins Diotima

Samstag, 24. September 2022, 15 Uhr – Großer Hirschgraben (vor dem Romantik-Museum)

Rundgang mit Dr. Thomas Regehly

Susette Gontard stammt aus der Hamburger Kaufmannsfamilie Borkenstein. Ihr Vater verfasste platt-deutsche Theaterstücke. Sie heiratete 1786 in Altona den aus einer hugenottischen Familie stammenden Bankier Jakob Friedrich Gontard, der 1796 in Frankfurt am Main Friedrich Hölderlin als Hauslehrer für seinen Sohn Henry einstellte. Der Spaziergang soll an die reale Person erinnern, die mit der unsterblichen „Diotima“ nicht zu verwechseln ist.

Teilnahmebeitrag* 5/3/1 Euro

Künstlerische Positionen zum Thema „Entschleunigung“

Samstag, 17. September 2022, 14 Uhr / 12.15 Ffm-Hbf Information
Griedel (Butzbach), Wallgasse 1

Ausstellungsgespräch mit Prof. Reiner Diederich

Im Rahmen des SlowArt Festivals Griedel stellen unter anderem aus: Julius Klemm, Live Art Club Hamburg, Frau Ines, Dippel Zippel, Daniel Eyrich, Dirk Baumanns, Felicity Nims, Tomas Matousek, Sebastian Weismüller.

Für eine gemeinsame Fahrt nach Griedel treffen wir uns um 12.15 Uhr an der Information im Frankfurter Hauptbahnhof.

Infos und Anmeldung bis 16. 9.: info@kunstgesellschaft.de

Toni Cragg: „Spectrum“, 1979 / Thomas Schütte: „Box House“, 1987

Samstag, 15. Oktober 2022, 15 Uhr

Städel Museum, Tiefgeschoss

Bildergespräch mit Angelika Grünberg M. A.

„An Meeresufern hat der Bildhauer Tony Cragg die Fundstücke für seine frühen Boden- und Wandarbeiten gesammelt … Er wählt die Fundstücke nach ihrer Farbigkeit aus und arrangiert die einzelnen Elemente zu einem Regenbogen: ein Teppich aus dem Abfall unserer Wegwerfgesellschaft. Der Künstler löst das vergessene Artefakt aus der homogenen Masse des Abfalls und verleiht dem Objet trouvé eine neue Wertigkeit. Dem Abfallprodukt gibt er seinen Zeichenstatus zurück, um einen Prozess der Reflexion über die künstlichen – und künstlerischen – Hinterlassenschaften des Menschen zu generieren.“ (Info Staedel)

„Thomas Schütte gilt als der derzeit bedeutendste deutsche Bildhauer. Museen und Sammler schätzen die Vielseitigkeit und den Witz des Meisterschülers von Gerhard Richter. Trotz großen Interesses verkauft er aus Prinzip einen Großteil seiner Kunstwerke nicht.

Skulpturen von Thomas Schütte werden derzeit für Millionen Euro verkauft. Ein Ruhm, der ihn auch belaste, weil er ungern im Mittelpunkt stehe: ‚Man denkt immer, das ist ne Ehre, aber das ist ein totaler Fluch. Man kann in dem ganzen Gerede und dem ganzen Glamour auch verloren gehen.‘“ („Kunst passiert von alleine“, Deutschlandfunk Kultur, 19. November 2021)

Teilnahmebeitrag* 5/3/1 Euro

Gauri Gill. Acts of Resistance and Repair

Samstag, 29. Oktober 2022, 15 Uhr – Schirn Kunsthalle

Bildergespräch mit Marlies Piontek-Klebach

„Abseits der urbanen Zentren Indiens erkundet die Künstlerin und Fotografin Gauri Gill seit über zwei Jahrzehnten das Leben und den Alltag der ländlichen Bevölkerung. Ihre stillen, konzentrierten Bilder richten den Blick auf kaum wahrgenommene Randberei-che der indischen Gesellschaft. In einem offenen, kollaborativen Prozess und entgegen dokumentarischen Konventionen widmet sie sich Themen wie Überleben und Selbst­behauptung, Identität und Zugehörigkeit, aber auch Fragen nach Erinnerung und Autorschaft.“ (Info Schirn)

Teilnahmebeitrag* 5/3/1 Euro

Sommerfest der KunstGesellschaft

Sonntag, 4. September 2022, 11 Uhr
Klosterpresse, Paradiesgasse 10
Zukunft(s)formen – der Beitrag der Kunst
Gespräch mit den Künstlern Dirk Baumanns und Wolfgang Klee
Moderation: Prof. Reiner Diederich
Kunstwerke und die Auseinandersetzung mit ihnen können die Kritik am Bestehenden und den Sinn für ­alternative Möglichkeiten in der Zukunft fördern. Das soll an exemplarischen Beispielen aus der Arbeit der beiden Künstler und aus der Praxis der KunstGesellschaft und der Klosterpresse gezeigt und besprochen werden.

Anschließend laden wir zu einem Umtrunk und Imbiss ein.
Anmeldung bis 2. 9.: info@kunstgesellschaft.de

Fahrt zur documenta fifteen in Kassel

Mittwoch, 14. September 2022, 8 Uhr – F-Hbf Information

neuer Termin: 9 Uhr F-Hbf (damit das Hessen-Ticket genutzt werden kann)

mit der AG Kunst und Kultur in Umbruchzeiten
Bei unserem zweiten Besuch legen wir einen Schwerpunkt auf die Ausstellungen in Kassel Ost. In diesem Stadtteil konnten, entsprechend dem Konzept der Documenta, Verbindungen zu lokalen Initiativen gemeinsamen Wirtschaftens hergestellt werden. Danach geht es ins Zentrum.
Teilnahmebeitrag* 15/10/5 Euro

Anmeldung bis zum 13.9.: info@kunstgesellschaft.de