Zwischen Karibik und Anden

Ausstellung mit Gemälden zu Lateinamerika von Gerrit Marsen

Ausstellungseröffnung am Dienstag, 14. Februar 2023, 18 Uhr
im Foyer des Gallus Theaters, Kleyerstr. 15 (S-Bahn-Station Galluswarte)

Es spricht Prof. Reiner Diederich, Vorsitzender der KunstGesellschaft


Seit vielen Jahrzehnten bereist Gerrit Marsen Lateinamerika und hält in seinem Skizzenbuch Eindrücke fest , die er dann zu Hause in seinem Atelier zu Bildern ausarbeitet. 

„Von den azurblauen Wassern der Karibik, dem Dickicht des tropischen Regenwaldes an den Amazonaszuflüssen bis hin zu den majestätischen Gipfeln der Anden bin ich gefesselt und fasziniert von der Schönheit und Kraft dieser Landschaften. Die Menschen dort sind nicht nur geplagt von Hunger, Armut und  permanenter Gewalt, sie erhalten sich trotzdem ihre Zuversicht und ihre Leichtigkeit des Seins, ihre Menschenfreundlichkeit und Solidarität.

Mit meinen Gemälden will ich etwas zurückgeben , was mir dort so überreichlich gegeben wurde.”

Gerrit Marsen studierte Illustration und Freie Malerei an den Akademien in Hamburg und München.
Regelmässige Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen u. a. in Hamburg, Berlin und München, dazu in Ecuador, Kroatien und Südafrika.
Bevorzugte künstlerische Techniken sind Holzskulpturen, Zeichnungen, Drucktechniken wie Radierung und Holzschnitt, Aquarell und Ölmalerei.
Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Starke Gegner, weiche Ziele

Sonntag, 15. Januar 2023, 11 Uhr – Club Voltaire

Die Paulskirchen-Revolution von 1848 ging verloren, weitere Niederlagen folgten. Kann man mit Worten und Bildern dagegen angehen? 

Gespräch mit Gerhard Kromschröder über seine interventionistische Kunst und Publizistik

Moderation: Norbert Saßmannshausen

1973 verursachte die Erinnerung an die damals 125 Jahre zurückliegende „Revolution in Frankfurt“ große Aufregung im Stadtparlament. In einer von Gerhard Kromschröder und Nikolaus Jungwirth verfassten Flugschrift zum Paulskirchen-Jubiläum waren aktuelle Proteste, z. B. gegen die Zerstörung des Westends und die Erhöhungen der Preise im öffentlichen Nahverkehr, mit den Kämpfen für Demokratie und soziale Gerechtigkeit im 19. Jahrhundert verbunden worden.

In der damaligen Debatte wies Hartmut Holzapfel darauf hin: Die gleiche Aufmerksamkeit, die den ersten Schritten in den parlamentarischen Alltag des Paulskirchen-Parlaments entgegengebracht wird, gebührt auch den sozialen Verhältnissen, in denen sich die Demokratie entwickelt.

Die Musealisierung vergangener Kämpfe um Demokratie ist auch heute ein Ausweg, um die unerledigten Aufgaben einer demokratischen Gesellschaft auszublenden. Konflikte und Interessengegensätze in der Gesellschaft zu übersehen, das ist auch 175 Jahre nach der Paulskirchen-Revolution ein für die Demokratie untaugliches Verfahren.

Gerhard Kromschröder, geboren 1941 in Frankfurt am Main, studierte hier Soziologie und Kunstgeschichte, war Lokalredakteur im Emsland und arbeitete von 1967 bis 1979 bei der satirischen Zeitschrift PARDON, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur. Danach Reporter beim „stern” in Hamburg, wo er sich durch Undercover-Recherchen in der Neonazi-Szene und als „Türke“ einen Namen machte. Kromschröder lebte als Nahost-Korrespondent des Blattes in Kairo und war Kriegsreporter im bombardierten Bagdad. Er unterrichtete Journalismus an der Universität Wien und veröffentlichte zahlreiche Bücher und Fotobände. Im Caricatura Museum ist bis 19. März 2023 die von ihm und Till Kaposty-Bliss kuratierte Ausstellung „Teuflische Jahre – PARDON“ zu sehen.

Business Crime Control, KunstGesellschaft und Archiv der Revolte

Teilnahmebeitrag* 5/1 Euro

Putin und der Krieg

Kann es eine Verhandlungslösung im Ukrainekonflikt geben?

Sonntag, 19. Februar 2023, 11 Uhr – Club Voltaire

mit Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

Moderation: Ulrike Holler

Business Crime Control und KunstGesellschaft

Teilnahmebeitrag* 5/1 Euro

Von der Grabung ins Museum

Frühe Kelten in Butzbach

Sonntag, 22. Januar 2023, 15 Uhr – Museum Butzbach, Färbgasse 16

Ausstellungsgespräch mit Tamara Zippel

Anhand kürzlich in Butzbach-Griedel entdeckter Grabbeigaben aus der Keltenzeit, wie Keramik und Schmuck, erhalten Besucher:innen der Ausstellung einen Blick „hinter die Kulissen“ der Archäologie- und Museumsarbeit. „Anschaulich werden die verschiedensten Stationen gezeigt, die beispielsweise eine ausgegrabene Urne des Gräberfelds durchläuft, bevor sie in der Museumsvitrine in neuem Glanz erstrahlt. Die sozusagen ‚noch warmen‘ Funde geben damit gleichzeitig einen Einblick in die Zeit früher Kelten im Butzbacher Raum.“ (Info Museum Butzbach)

Nach dem Ausstellungsgespräch machen wir einen Stadtrundgang mit Ulrike von Vormann. Wir besuchen u. a. das Weidighaus. Friedrich Ludwig Weidig (1791–1837) war im Vormärz das geistige und organisatorische Oberhaupt der lokalen Demokratiebewegung in Butzbach. Zusammen mit Georg Büchner hat er den „Hessischen Landboten“ verfasst.

Für eine gemeinsame Fahrt nach Butzbach treffen wir uns um 13.30 Uhr an der Information im Frankfurter Hauptbahnhof.

Teilnahmebeitrag* 10/5 Euro

Bettina von Arnim – ein politischer „Kobold” aus Frankfurt am Main

Samstag, 25. Februar 2023, 15 Uhr –  Roßmarkt, Goethe-Denkmal

Rundgang mit Dr. Thomas Regehly

Bettina Brentano (1785-1859) stammte aus der wohlhabenden Frankfurter Brentano-Familie, deren „Haus zum Goldenen Kopf“ in der Großen Sandgasse stand und zum „Salon des geistigen Europa“ wurde. Sie wuchs in Fritzlar und Offenbach auf, befreundete sich 1804 mit Karoline von Günderrode und traf 1807 Goethe in Weimar. Dessen Mutter Aja suchte sie häufig auf, um dem Autor von „Dichtung und Wahrheit“ biographisches Material zu verschaffen. Während die Ehe mit Achim von Arnim sie in den Kreis der Romantiker integrierte, machte die gescheiterte Revolution von 1848 sie zu einer engagierten politischen Schriftstellerin, die sich mit ihren Büchern für die Gleichstellung der Frauen und Juden und gegen die Todesstrafe einsetzte. Da sie den Frühsozialisten nahestand und auch mit Karl Marx zusammentraf, wurde sie politischer Umtriebe verdächtigt.

Der Rundgang soll an diese bedeutende Schriftstellerin und Publizistin der Romantik erinnern.

Teilnahmebeitrag* 5/3/1 Euro

Gülsün Karamustafa: „Promised Paintings 3“ (2019)

Mittwoch, 18. Januar 2023, 18 Uhr – online

Bildergespräch mit Jens Weissenberg

In ihrem medien- und genreübergreifenden Werk, das Malerei, Film, Installation und Performance umfasst, setzt sich die türkische Künstlerin Gülsün Karamustafa mit Themen wie Migration, Ausgrenzung, staatliche Gewalt, Religion, Urbanisierung, Feminismus und Gender auseinander. Karamustafa beobachtet dabei nicht nur präzise und empathisch die sozialen Veränderungen im Lebensalltag der Menschen, insbesondere von Frauen, sondern begreift sich auch als ein Teil davon und reagiert darauf – mit den Mitteln und Möglichkeiten der Kunst.

„‘Das Private ist politisch‘, der alte 70er-Jahre-Slogan der Emanzipationsbewegung von Frauen und Minderheiten, trifft für diese Künstlerin auf besondere Weise zu. [Für Gülsün Karamustafa] resultiert Kunst aus dem Leben – und es gelingt ihr, die Beschäftigung mit den spezifischen historischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in der Türkei mit einer ebenso humanen wie poetischen Sichtweise zu verbinden, die Gedanken anregt und Aussagen trifft, die sich allgemeingültig lesen lassen und die sich an die Menschheit als ganze richten.“ (Bernhart Schwenk in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung des renommierten Roswitha-Haftmann-Preises 2021)

Gülsün Karamustafa gilt heute als eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen der Türkei und hat einen starken Einfluss auf jüngere Künstlergenerationen ausgeübt. Ihre Werke befinden sich in bedeutenden Museumssammlungen. Kürzlich fanden große Retrospektiven ihres Werks in Istanbul und Berlin statt.

Anmeldung bis zum 17.1.: info@kunstgesellschaft.de

Chagall. Welt in Aufruhr

Dienstag, 31. Januar 2023, 11 Uhr – Schirn Kunsthalle

Bildergespräch mit Tamara Zippel

„Als jüdischer Maler war Chagall durch das nationalsozialistische Regime einer existentiellen Bedrohung ausgesetzt. Bereits in den frühen 1930er-Jahren verarbeitete er den immer aggressiver werdenden Antisemitismus und emigrierte 1941 schließlich in die USA. Sein künstlerisches Schaffen in diesen Jahren berührt zentrale Themen wie Identität, Heimat und Exil. Mit rund 60 eindringlichen Gemälden, Papierarbeiten und Kostümen zeichnet die Ausstellung die Suche des Künstlers nach einer Bildsprache im Angesicht von Vertreibung und Verfolgung nach. In der Zusammenschau ermöglicht die SCHIRN eine neue und äußerst aktuelle Perspektive auf das Œuvre eines der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts.“ (Info Schirn)

Wir treffen uns im Foyer, gehen einzeln in die Ausstellung und sprechen danach über das Gesehene.

Teilnahmebeitrag* 5/3/1 Euro

Rosemarie Trockel

Samstag, 4. Februar 2023, 15 Uhr – Museum für Moderne Kunst

Bildergespräch mit Angelika Grünberg M. A.
„Die Brutalität wie Absurdität normativer Ordnungen tritt im Werk von Rosemarie Trockel offen hervor. Definitionen, Einschränkungen, Bevormundung und Gewalt aufgrund von Gender werden sichtbar und durchschaubar. Mutig, wehrhaft, riskant und komisch ist ihre Vorangehensweise. In allen Medien, von Zeichnung über Malerei, Fotografie, Skulptur, Installation bis zu Film, richtet sich der soziologische Blick von Rosemarie Trockel gleichermaßen auf gesellschaftliche Ordnungen und politische Strukturen wie auf die Natur. Die umfangreiche Ausstellung zeigt Werke von Rosemarie Trockel aus allen künstlerischen Schaffensphasen, von den 1970er-Jahren bis zu neuen, eigens für das Museum entstandenen Arbeiten.“ (Info MMK)
Teilnahmebeitrag* 5/3/1 Euro

Hans Leistikow (1882–1962)

Zurück in die Moderne

Samstag, 14. Januar 2023, 15 Uhr – Haus am Dom, Foyer

Ausstellungsgespräch mit Hans-Joachim Prenzel

Hans Leistikow war in den 1920er Jahren der wichtigste Grafiker des „Neuen Frankfurt“. Er gestaltete Buchumschläge und Plakate, entwarf Tapeten und Fußbodenbeläge – u.a. auch den konstruktivistischen „Frankfurter Adler“. Nach dem Zweiten Weltkrieg dann die immer noch modern anmutenden Fenster des Frankfurter Doms und der Westend-Synagoge. Diese Fenster wurden zum Anlass einer Wieder- und Neuentdeckung des Künstlers mit vielen Arbeiten aus dem künstlerischen Nachlass und anderen Sammlungen, die die vielfältigen Seiten des Schaffens von Hans Leistikow zeigen.

KunstGesellschaft und Nachbarschaftszentrum Ostend

Teilnahmebeitrag* 3/2/1