Arbeitslos – mittellos – wohnungslos. Ein Leben auf der Straße

Sonntag, 20. Januar 2019, 11 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

mit Richard Brox, Deutschlands bekanntestem Obdach­losen, und Klaus Schäfer, Leiter eines Frankfurter 
Tagesaufenthalts der Caritas.
Brox ist Autor des autobiographischen Berichts „Kein Dach über dem Leben“, der 2017 mit einem Vorwort von Günter Wallraff erschienen ist.

Wer auf der Straße lebt, muss lernen Gewalt, Hass, Hunger und Kälte zu ertragen. Aber für Richard Brox war die Straße 3o Jahre lang auch ein Ort der Freiheit und Selbstbestimmung. Als Berber hat er seine Würde nie verloren. Nach schlimmen Heim-, Alkohol- und Drogenerfahrungen schaffte er den Neuanfang. Sein autobiografischer Bericht „Kein Dach über dem Leben“ erschien 2017 mit einem Vorwort von Günter Wallraff. Er schaltete eine Webseite mit Tipps, Adressen und Bewertungen von sozialen Anlaufstellen für „seine Brüder“. So wurde er zu Deutschlands bekanntestem Obdachlosen. Mit dem Geld, das er über das Buch und über Vorträge einnimmt, will er ein Hospiz und Hotel für Obdachlose gründen, will die Hilfe, die er selbst erfahren hat, weitergeben.

Mit Richard Brox und Klaus Schäfer, dem Leiter eines Tagesaufenthaltes der Frankfurter Caritas für Menschen in Wohnungsnot spricht Ulrike Holler über Notunterkünfte, Anlaufstellen, Armut in Deutschland, Hartz IV, den Mangel an Wohnungen und über den Umgang der Behörden mit Obdachlosen.

Moderation: Ulrike Holler

Beitrag* € 5/1

Neue Trassen für die letzte Kohle? Wie die Stromkunden beim Netzausbau geprellt werden

Sonntag, 17. Februar 2019, 11 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

mit Prof. Dr. Lorenz Jarass
Finanzwissenschaftler – Hochschule RheinMain, Wiesbaden
Moderation: Herbert Stelz

Gebetsmühlenhaft wird die Behauptung wiederholt, dass für die Wende hin zu erneuerbaren Energien das Stromnetz vom windreichen Norden in den energiehungrigen Süden massiv ausgebaut werden müsse. Dafür müssten die Stromverbraucher über Preiserhöhungen über 45 Mrd. Euro berappen. Bewiesen ist die Behauptung bis heute nicht. Nach Meinung zahlreicher Kritiker würde ein solch massiver Ausbau in erster Linie dem Transport von konventionellem Kohlestrom aus dem Osten Deutschlands in den Süden und dem Export überschüssiger Energie ins Ausland dienen und damit die Energiewende eher behindern. Ein Netzausbau zum Transport von immer mehr erneuerbarer Energie hingegen könnte durch intelligente Steuerungstechnik, modernere Leitungmaterialien und dezentrale Verteilung auf viele der umstrittenen Stromautobahnen verzichten und uns Stromkunden viele Milliarden ersparen. Um wieviel billiger der Netzausbau bei beschleunigtem Kohleausstieg und weiterem Ausbau der erneuerbaren Energien werden könnte, wurde noch nicht ernsthaft berechnet. Die Kohlelobby lässt grüßen.

Prof. Dr. L.J. JARASS ist seit mehr als 35 Jahren im Bereich erneuerbare Energien und Stromnetze beratend tätig. Er ist Autor von 9 Büchern und über 85 Aufsätzen im Bereich Energie (viele Veröffentlichungen sind abrufbar unter www.JARASS.com, Energie). Im Rahmen seiner intensiven Beratungstätigkeit war er u.a. mehrfach als Gutachter beim Deutschen Bundestag und beim Bundesverwaltungsgericht tätig. Daneben ist er ein kritischer Finanzwissenschaftler und prominenter Kritiker der Besteuerung in Deutschland. Bis zu seiner Emeritierung lehrte er an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden.

Beitrag* € 5/1