Frida Kahlo und der Indigenismus

Mittwoch, 26. Januar 2022, 18 Uhr

Online-Gespräch mit Prof. Reiner Diederich

Frida Kahlo (1907–1954) gilt als bedeutendste lateinamerikanische Malerin des 20. Jahrhunderts. In ihrem Werk spielen Selbstporträts eine entscheidende Rolle, in denen sie die tragischen Ereignisse ihres Lebens verarbeitete und sich in verschiedenen Situationen darstellte. Als Tochter eines deutschen Einwanderers und einer mexikanischen Mutter mit indigenen Wurzeln identifizierte sie sich stark mit der mexikanischen Revolution von 1910, später auch mit der internationalen sozialistischen Bewegung. Sie zeigte und malte sich gern in der traditionellen Tracht und mit dem Schmuck indigener Frauen, was durchaus ungewöhnlich war, „zumal rassistische Kriterien für die Stellung in der stark geschichteten mexikanischen Gesellschaft maßgeblich waren“ (Wikipedia-Artikel über die Künstlerin).

Neuerdings trägt ihr das den Vorwurf ein, der damals in Mexiko verbreiteten Mode des „Indigenismo“ Vorschub geleistet zu haben. Bei dieser habe es sich um den Versuch gehandelt, sich die indigene Kultur anzueignen und sie für die Zwecke eines mexikanischen Patriotismus „weißer“ und „mestizischer“ Prägung zu benutzen. Dabei sei sie verfälscht worden.

Ausgehend von einem Bildergespräch setzen wir uns mit dieser These auseinander. Als Beispiel dient Frida Kahlos Bild „Die zwei Fridas“ von 1939.

Anmeldung bis zum 25. 1.: info@kunstgesellschaft.de