„F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig“

Dienstag, 21. Mai 2019, 19 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

Im Kinderheim „Spiegelgrund“ in Wien wurden in der NS-Zeit 800 Kinder getötet und ihre Gehirne zu Forschungszwecken entnommen. Noch 2002 fand man Gehirnschnitte in einem Schrank.

Durch die Hilfe einer Krankenschwester überlebt der Junge Friedrich Zawrel. Nach dem Krieg treffen der damalige Anstaltsarzt Dr. Gross und Zawrel wieder aufeinander. Der NS-Täter macht ungehindert in Österreich Karriere und wird ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz. Als gefragter Gerichtsgutachter beurteilt er Zawrel erneut und bringt ihn wegen kleiner Eigentumsdelikte als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ für viele Jahre ins Gefängnis. Spät wird der Skandal aufgearbeitet, Zawrel wird entlassen und wirkt bis an sein Lebensende (2015) als Zeitzeuge in Schulen.

Die Lebensgeschichte von Friedrich Zawrel hat der vielfach preisgekrönte Puppenspieler Nikolaus Habjan als beeindruckendes Figuren-Theaterstück inszeniert. Wir zeigen die Aufzeichnung einer Aufführung im Akademietheater Wien und sprechen im Anschluss daran mit Margret Hamm vom Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten und Andreas Dickerboom vom Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie.

Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. und KunstGesellschaft e.V.

Eintritt frei

Müssen wir hier bald raus? Entmietung – Umwandlung – Gentrifizierung

Freitag, 7. Juni 2019, 19 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße5

Fotografien und andere Dokumente

Werkstattgespräch mit Marlies Piontek-Klebach

Von Menschen, die aus ihren Wohnquartieren verdrängt werden und ihrem Kampf um bezahlbaren Wohnraum berichtet diese Veranstaltung. Die Fotografien entstanden in einer fast zweijährigen Recherche an verschiedenen Orten in Frankfurt am Main und Berlin und sollen zu einer Diskussion über das „Recht auf Wohnen“ anregen.

Teilnehmerbeitrag*  € 5/3/1