Aktionstag: #umsetzen! 70 Jahre Grundgesetz – ein Grund zu feiern und zu kämpfen

Samstag, 18. Mai 2019, 14 bis 19 Uhr – Paulsplatz

Vor 70 Jahren, am 24. Mai 1949, trat das Grundgesetz in Kraft. Die demokratischen Absichten und Ideen, die diese Verfassung prägen, geraten heute zunehmend von rechts unter Druck. In Redebeiträgen und Diskussionsrunden, mit Kultur und Musik wollen wir – nicht zuletzt im Hinblick auf die Europawahlen – die Werte des Grundgesetzes wieder in den Vordergrund rücken und seine Umsetzung einfordern.

Die KunstGesellschaft hat sich dem Aufruf angeschlossen.

Infos und Programm: www.grundgesetz-umsetzen.org

Transparenz und Menschenrechte im und durch Sport?

Sonntag, 19. Mai 2019, 11 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

mit Sylvia Schenk, Rechtsanwältin und Mitglied
im Menschenrechtsbeirat der FIFA

1972 war die Jurastudentin Sylvia Schenk Deutsche Meisterin und Olympiateilnehmerin im 800-Meter-Lauf. Später wurde sie Anwältin, Arbeitsrichterin und Stadträtin in Frankfurt. Heute berät sie als Vertreterin von Transparency International Sportorganisationen in der Bundesrepublik, aber auch IOC, FIFA und die UEFA in Sachen Menschenrechte und Transparenz, denn, so Schenk: „Über den Sport kann man viele positive Signale setzen und Veränderungen bewirken, muss aber vor allem negative Auswirkungen von Großveranstaltungen vermeiden.“

In Katar war für die Fußball-WM 2022 zu befürchten, dass Migrantenarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen Fußballstadien bauen müssen. Die FIFA hat anfangs dieses Risiko ignoriert, doch aufgrund des Drucks von Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften ist diese Haltung, dieses Wegschauen mittlerweile Vergangenheit.

Weltweit sind Menschenrechtsverletzungen im Sport ein Thema: Im Iran dürfen Frauen bei Fußball-Spielen der Männer-Nationalmannschaft nicht ins Stadion, in Afghanistan wurden Nationalspielerinnen von Funktionären sexuell belästigt, in Russland Arbeiter bei Stadionbauten ausgebeutet sowie die Pressefreiheit eingeschränkt, und aktuell klagen die US-Fußballerinnen auf gleich hohe Prämien wie die Männer – dies sind nur ein paar Beispiele.

Hinzu kommen Korruption, Spielmanipulation in Verbindung mit Sportwetten, Doping – alles Probleme des Sports, die Transparenz erfordern.

Doch das Engagement dafür hat gefruchtet: Für die UEFA EURO 2024 hat der Europäische Fußballverband erstmals Maßnahmen zum Schutz von Menschenrechten und gegen Korruption zur Voraussetzung gemacht, deutsche Nichtregierungsorganisationen fordern, die EURO 2024 zum „Leuchtturm für Menschenrechte, Vielfalt und Transparenz“ zu machen.

2024 ist auch Frankfurt dabei, und Sylvia Schenk will erreichen, dass die Stadt ein Menschenrechtskonzept umsetzt, aber z.B. auch Konzepte für eine bessere Mobilität in der Region im Zusammenhang mit dieser Großveranstaltung entwickelt.

Moderation: Ulrike Holler

Beitrag*: € 5/1