„Mit dem Teufel im Bunde“

Zauberglaube und Hexenprozesse in der Grafschaft Hanau-Münzenberg


Sonntag, 16. Januar 2022, 11 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

Mit dem Autor der ersten umfassenden Untersuchung Peter Gbiorczyk
Moderation: Ulrike Holler

Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts sind in Europa mindestens 40.000 Menschen, zu achtzig Prozent Frauen, der vermeintlichen Hexerei verdächtigt, vor weltlichen Gerichten angeklagt, durch Folter zu Geständnissen gebracht und nach Todesurteilen verbrannt, geköpft oder ertränkt worden. Es waren die Zeiten der Pest, von Kriegen, des Klimawandels (kleine Eiszeit). Die verregneten Sommer führten zu Ernteausfällen und so zu allgemeinem Elend. Als Ursache vermutete man Zauberei, durch die die Gesundheit von Mensch und Tier geschädigt und auch das Wetter beeinflusst worden sei. Verdächtigt, mit dem Teufel im Bunde zu sein, und bei der Obrigkeit angezeigt wurden Menschen vor allem von Nachbarn, von der Familie oder auch von der „ganzen Gemeinde“. Kirchliche Gremien forschten regelmäßig nach dem Vorkommen von Gotteslästerung, falschen Segenssprüchen oder Glockengeläut gegen Unwetter, das galt als Aberglaube, und sie suchten vor Ort nach Strafe oder Lösungen.

Wie der Zauberglaube und die Hexenprozesse in der Grafschaft Hanau-Münzenberg im 16. und 17. Jahrhundert verankert waren, untersuchte zum ersten Mal Peter Gbiorczyk, ehemals evangelischer Gemeindepfarrer und Dekan in der Region Hanau. Er zitiert ausführlich aus Verhörprotokollen und Prozessakten der Gerichte und gibt dabei tiefere Einblicke auch in einzelne Schicksale. Er zeigt analysierend die Praxis der weltlichen Obrigkeit und der Kirche auf, die beide mit wenigen Ausnahmen an Verführungen durch den Teufel und an die Notwendigkeit und Berechtigung der Todesstrafe für vermeintliche Verursacher von individuell oder kollektiv erlebtem Unglück glaubten.

Business Crime Control e.V. und KunstGesellschaft e.V.

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Die Veranstaltung findet nach der 2G-plus-Regel statt: Zutritt für Geimpfte und Genesene, zusätzlich geboostert oder tagesaktueller negativer Test.
Anmeldung bis zum 15. 1.: info@kunstgesellschaft.de

An der Veranstaltung kann auch online teilgenommen werden.
Einwahllink: https://vk.attac.de/b/han-rrl-p4a-ekv