Matinee

Die Matineen werden veranstaltet von Business Crime Control e.V.
und KunstGesellschaft e.V.

Welche Ängste führen nach rechts?

Sonntag, 29. Mai 2016, 11 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

Ein Gespräch zur Sozialpsychologie der scheinbar 
einfachen Lösungen
mit Prof. Dr.  Rolf Haubl, Psychoanalytiker und Soziologe

Millionen flüchten aus Angst vor Krieg, Terror und Armut. Doch dort, wohin sie flüchten, herrscht ebenfalls Ungerechtigkeit. Der Reichtum ist zunehmend falsch verteilt. Viele fühlen sich durch Globalisierung und Modernisierung überfordert. Schönwetterdemokratien versagen, die europäische Idee droht zu scheitern. Angst dominiert die Wahrnehmung von Politik. Welche Identitäten können noch Halt geben? Eine neue Sehnsucht nach Autoritäten macht sich breit, der Weg nach rechts verspricht die einfacheren Lösungen. Feindbilder haben Konjunktur, weil Schwarzweiß-Denken psychisch entlastet.

Moderation: Herbert Stelz

Beitrag* € 5/1

Tolle Theaterzeiten im TAT

Sonntag, 19. Juni 2016, 11 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

mit Karlheinz Braun und Ulrike Schiedermair, 
Herausgeber der ersten Monographie über das 
legendäre Frankfurter Theater am Turm

„Das TAT war schon Legende, bevor es 2004 endgültig geschlossen wurde. Mehr als ein halbes Jahrhundert deutsche und internationale Theatergeschichte wurde hier geschrieben.“ Das sind die ersten Sätze in dem Buch: “Das TAT“. Die spannenden Veränderungen und Wandlungen – vom hessischen Wandertheater bis zu einem Zentrum der Avantgarde – werden in Wort und Bild erzählt. Seine erste Hochphase erlebte das TAT ab den 1960ern mit gesellschaftskritischen Produktionen und einem viel beachteten Kinder- und Jugendprogramm. In die Schlagzeilen kam das TAT mit der “Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke und dem Intendanten-Intermezzo von Rainer Werner Fassbinder.
Ab 1985 bis 1996 holte das TAT die interessantesten Theatermacher und Künstler nach Frankfurt, es war Sprungbrett vieler grosser Schauspieler, ein kreativ-vernetztes Labor für neue Theaterformen.
Den Politikern im Römer gefiel die „TAT-Familie“ nicht immer, der eigene Ansatz und die Mitbestimmung am Theater, hinter den Kulissen wurde intrigiert und gezerrt, die Subventionen wurden immer knapper, bis es 2004 zur Schliessung kam.

Der Verleger Karlheinz Braun war Mitbegründer und Leiter der Frankfurter Experimenta-Festivals, die ihr Zentrum im TAT hatten; Ulrike Schiedermair war von 1986 bis 1996 Betriebsdirektorin des TAT. Beide werden (sehr) kenntnisreich und persönlich die „TAT-Legende“ darstellen.

Moderation: Ulrike Holler

Beitrag* € 5/1

Trude Simonsohn, Zeitzeugin und Mutmacherin

Sonntag, 26. Juni 2016, 11 Uhr
Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5

Mit 95 Jahren hochgeehrt
Gespräch mit Trude Simonsohn

„In Frankfurt gibt es wohl nur wenige, die so viel Achtung und Bewunderung geniessen wie sie“, schrieb ein Journalist über die große alte Dame der jüdischen Gemeinde. Sie gehört zu den ersten Holocaustüberlebenden, die schon 1975 begannen, in Schulen und Institutionen, vor allem mit Jugendlichen über die Zeit der Judenverfolgung und den Schrecken der Konzentrationslager zu reden. Kaum jemand gelingt es so gut wie ihr, den Zuhörern Mut zum gesellschaftspolitischen Engagement zu machen, die Dinge beim Namen zu nennen und dabei stets Optimistin zu sein.

Ihr Motto: „Fragt uns,wir sind die Letzten“.

Nie wollte sie ihre Erinnerungen an die Zeit als politische Gefangene der Gestapo, an ihre Deportation nach Theresienstadt, Auschwitz und andere Lager aufschreiben, dann aber drängte man sie, einer Buchveröffentlichung zuzustimmen. Also erzählte sie der Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Abendroth ihr Leben von Anfang an, die daraus das Buch:“Noch ein Glück“ machte.

Moderation: Ulrike Holler

Beitrag* € 5/1

Wie umgehen mit den neuen Rechtsintellektuellen?

Sonntag, 17. Juli 2016, 11 Uhr
Bitte beachten, neuer Ort:
Gallustheater, Kleyerstr. 15

Die Diskussion wird von dem Fernsehjournalisten und Publizisten Herbert Stelz moderiert. Als Experte eingeladen ist Helmut Kellershohn vom  Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung. Es geht darum, geeignete Formen der aktiven Auseinandersetzung mit den Positionen der intellektuellen neuen Rechten zu finden.

Auch Kritiker des ursprünglich geplanten  Streitgesprächs zwischen Prof. Dr. Eike Hennig, politischer Soziologe und Faschismusforscher, und Dr. Marc Jongen, Sloterdijk-Schüler und stv. Sprecher der AfD Baden-Württemberg, zur Frage: „Was wollen die neuen Rechtsintellektuellen?“, sind dazu eingeladen.

Beitrag: € 5


Hinweis

Der Erlös dieser Benefizveranstaltungen geht an den BCC-Rechtshilfefonds
„PRO VERITATE – für Bürgerrechte und Meinungsfreiheit“.
Spendenkonto: 530 024 73, Sparkasse Hanau, BLZ 506 500 23.
Spenden sind willkommen und steuerabzugsfähig.